Über uns

“Ich wollte nach Berlin und für die Punks Haarfarben verkaufen. Und das verkaufe ich dann bundesweit. Irgendwann kaufen alle Mädels die Haarfarben.”

Klaus Mondel (2024), über die Geschichte von Mondel Directions e.K.

Der Gründervater von Mondel Directions Haartönung Klaus Mondel kommt gebürtig aus Weilheim (Teck) bei Stuttgart. Sein Lebensmotto war: “Ich bin Punk”. 

Seine Firma Mondel Directions e.K. fand ihre Ursprünge in Berlin-Kreuzberg. Wie es dazu kam, erfahrt ihr in seinem Interview.

Im Jahr 1981 ist der 26-jährige Punker Klaus Mondel mit seiner Gitarre aus dem Schwabenland nach West-Berlin gegangen. Zuvor hatte er versucht, mit seiner Band in Frankreich durchzustarten. Als er in West-Berlin ankam, ging er ins besetzte Haus, in die O3 (Oranienstraße 3, heute Coretex Records) in Kreuzberg.¹ Klaus Mondel beschreibt das besetzte Haus als ein Gebäude, das in zwei Lager geteilt war: eine Hälfte mit Studierenden, eine Hälfte mit Punks. Klaus ging zu den Punks. Nach einiger Zeit hat er den Verein Trend EV gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Senatsvorsitzenden Herrn Orlowski der Abteilung Bau- und Wohnungswesen hat er das besetzte Haus am 05.09.83 legalisiert und das Haus gemeinsam mit den Punks renoviert, sodass alle Strom und Wasser hatten.²

¹ https://berlin-besetzt.de/#!id=180

² https://xmap.friedrichshain-kreuzberg-museum.de/xmap/media/S7/T1694/text/fhxb_spk_so36_0285_72.pdf

Besetztes Haus in der Oranienstraße 3, 1981
Geschäft "Klondike" in der Oranienstraße 9, 1983

Dank Chris vom World-Shop³ (Oranienstraße 198) hat Klaus Mondel die Ärzte kennen gelernt. Klaus hat die Band direkt für die Eröffnung des Clubs After Eight in der O3 am 08.01.1983 engagiert.⁴ Bei diesem Auftritt war der alte Basser noch dabei laut Klaus Mondel: 

 “Ich hatte meinen Bass rumstehen, hab funky Zeugs bissle gespielt. Chris meinte ‘Ich soll Bela B was vorspielen, die nehmen dich’ – nee, die haben mich nicht genommen. Dann hatten sie einen Spanier, der spielt natürlich wie die Hölle…

Da könnte man einen richtig fetten Film draus machen. Da wären sogar die Ärzte dabei.”

1983 gewannen die Ärzte den Berliner „Senatsrockwettbewerb“ und veröffentlichten mit dem Preisgeld ihre erste Mini LP „Uns geht’s prima“.

³ Oranienstraße 198, heutiger World-Shop, war ebenfalls ein besetztes Haus, TheWorldshop Rezensionen

 https://www.die-aerzte-archiv.de/tourdaten/die-aerzte/tour/live/08-01-1983-berlin-after-eight.html

Im selben Jahr hat Klaus Mondel gemeinsam mit dem Verein Trend EV das Geschäft “Klondike” in der Oranienstraße 9 eröffnet (heute Depot2). In diesem Laden führte er 1983 die Haartönung Directions von La Riche aus England ein. Somit war der Grundstein für die Directions Haartönung im deutschsprachigen Raum gelegt. Im Klondike wurden mithilfe des Trend EV’s AnwohnerInnen des damals sehr armen Bezirks Kreuzberg beschäftigt. Neben Haarfarben wurden auch Kleidung aus London, bunte Strumpfhosen, schwarze Schuhe, Stiefel, Latexkleidung, Silber- und Modeschmuck und Scherzartikel angeboten. Das Thema der Inneneinrichtung im Klondike war der Weltraum. Aus diesen Weltraum-Elementen stammt das heutige Logo des Mondel Directions Planeten.

Logo Mondel Directions Haartönung
Klaus Mondel im Café Jenseits, 1985

Klaus Mondel versicherte dem britischen Markeninhaber La Riche, dass er die Marke in Deutschland bekannt machen werde. So fuhr er regelmäßig durch ganz Deutschland und bot kleineren Geschäften und Frisören die Haartönung zum Ausprobieren an. Gemeinsam mit La Riche entwickelte Klaus Mondel für Deutschland 1985 die Nuance Neon Blue. Diese Kreation war bis 1995 ausschließlich in Deutschland erhältlich. Auf folgendem Bild im Café “Jenseits” in der Nähe seines Ladens trägt er seine neue Farbe.

⁵ La Riche führt und entwickelt seit 1981 die Marke Directions Hair Color. (https://www.lariche.co.uk/)

Nach der Wende stieß Judith Rattke zu Klaus Mondel. Die Punkerin aus Ost-Berlin fing einen Tag nach der Wende im Klondike an. Gemeinsam gingen sie neben dem Laden auch ihrer Liebe für Musik nach und machten gemeinsam Punkmusik. Eine ihrer Songs veröffentlichten sie als Directions-Werbesong im Jahr 1991 beim alternativen Hörfunksender Radio 100.

Judith Rattke berichtet vom Marketing mit Klaus Mondel zwei Jahre nach dem Mauerfall:

“Dieses Foto entstand 1991, als wir versuchten Directions in Ostberlin in die Friseurläden und kleinen Läden zu bringen. Leider hat das damals nicht so gut funktioniert. Der Rest ist Geschichte.🙂”

Judith Rattke mit der Nuance Poppy Red im Haar
Großhandel Mondel am Oranienplatz in Kreuzberg nach der Ladenschließung

Der Frisör und Kooperationspartner Gunnar Lemke berichtet, dass in der ehemaligen DDR der 60er und 70er Jahre Directions unter dem Decknamen Töpfchenfarbe am Alexanderplatz, Nähe der “Rathauspassagen“ erhältlich war. So kamen die Punks an bunte Haarfarben heran. Leider durften Frisöre in der DDR keine bunte Haarfarbe einkaufen. So brachten die Kundinnen und Kunden diese selbst mit.

Klaus Mondel erzählt, dass Nina Hagen zu ihm in den Laden kam und nach trendigen Perücken suchte. Er eröffnete einen zweiten Laden in Schöneberg, in der Pestalozzistraße. Mit der Zeit liefen die Directions-Farben von allen Artikeln am besten. Directions war zu dem Zeitpunkt die einzige bunte Haartönung, die in Deutschland erhältlich war. Ebenso kam Tschechien als Handelspartner hinzu, sodass Directions Haartönung durch die Punkerin Jana auch im tschechischen Raum eingeführt wurde.

Klaus Mondel begann sich auf den Großhandel der Haartönung zu konzentrieren. Er eröffnete am Oranienplatz im heutigen “Ins Morgen” den Großhandel Mondel, gemeinsam mit Harald Rixecker, der bis heute langjährigste Mitarbeiter bei Mondel Directions. Aufgrund der Konkurrenz und Bauarbeiten in Charlottenburg wurden die Klondike-Läden in Kreuzberg und Charlottenburg 1991/92 geschlossen. Klaus Mondel berichtet, dass Directions Haartönung mit dem Film Lola rennt 1998 den Sprung vom Nischenprodukt zum Szene-Hit geschafft hat. Die Schauspielerin Franka Potente äußerte sich laut Klaus Mondel in einem Interview, dass sie “so ein Punk-Klipper-Zeug von Directions” verwendete.

 Tschechischer Großhändler: www.directions.cz

Neben dem Betrieb gründete Klaus Mondel eine Familie und brachte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Dagmar Herb seine Tochter Pia zur Welt. Harald Rixecker erzählt bis heute gerne, wie Klaus Mondel mit seiner Tochter im Baby-Korb zum ersten Mal im Geschäft erschien. Gemeinsam mit La Riche und dem Bruder seiner Lebensgefährtin Thomas Herb brachten sie die Kollektion Directions Vibes heraus. Hierbei handelte es sich um Directionsdosen in kleinerer Ausführung.

Mit den Jahren wuchs der Bekanntheitsgrad von Directions immer mehr. Das Directionslager am Oranienplatz riss aus allen Nähten. Klaus Mondel begann eine größere Lagerhalle zu suchen und wurde in Brandenburg fündig. So zog er 1998 mit seinem Betrieb von Kreuzberg ins idyllische Blankensee. In Blankensee sorgte Heidi, die Frau von Harald Rixecker, für die kulinarische Versorgung, sodass Klaus, Harald und Dagmar sich voll und ganz auf den Vertrieb der Haartönung konzentrieren konnten. Klaus Mondel ging regelmäßig auf Messen und bot eine etwas andere Show (Siehe Tiktok).

Aufsteller Directions Vibes mit Thomas Herb als Model und die Verpackung mit Dose der Vibes

Mit dem Aufkommen der Onlineshops rief Klaus Mondel gemeinsam mit dem Händler Kai Marggraff um die Jahrundertwende den Directions-Online-Shop als eine der ersten Onlineshops für den B2C-Bereich ins Leben.⁷

Eine der heißesten Kooperationen besteht seit den 90er Jahren mit dem Büro für Brenzlige Angelegenheiten Berlin und dessen Pyromantiker Eddie Egal. Ganz nach dem Motto Blau sein, Blau machen und got the Blues trägt dieser natural born Berliner unsere Haartönung Neon Blue mit originaler Rezeptur von Klaus Mondel über die Festivals dieser Welt, während er mit seinen Brennern hochexplosive Bilder in den Nachthimmel so manch einer Stadt malt. 

⁷ Directions-Online-Shop: www.directions-shop.de

Pyromantiker Eddie Egal mit der Nuance Neon Blue im Haar
Logo von Eddie Egal
Klaus Mondel auf der Frisör WM 1999
Marleen von Bonsai Kitten

Eine weitere wichtige Kooperation besteht mit der Sängerin Marleen von Bonsai Kitten, die unsere rote Haartönung Pillarbox Red durch die Konzertsäle trägt.

In den Jahren 2013-2016 wurde es unter den Teenagern zum Trend, sich die Haare zu Hause mindestens einmal mit Directions zu tönen. Es kam zum Durchbruch der Directions Haartönung. 

Seit der Corona-Krise und dem Aufschwung der Digitalisierung wird der deutsche Markt zunehmend durch illegale Importe aus dem Ausland beeinträchtigt. Achtet also darauf, dass auf eurer Verpackung auch wirklich Directions Haartönung Pflege und Glanz steht.

 

2024 kurz vor Weihnachten starb Klaus Mondel im Alter von 68 Jahren an einer Krebserkrankung. Seine Tochter Pia Mondel übernahm den Betrieb und führt seitdem das Erbe ihres Vaters fort.

Gemeinsam mit Pia Mondel sorgen Albrecht Didoff, Doreen Göhr, Richard Kabalimu, Harald Rixecker, Guiliano Grotke und Ingmar Jammer dafür, dass eure Lieblingsfarbe den Weg in eure Hände findet.

Vielleicht findet sich für die Geschichte von Klaus Mondel und für Mondel Directions ja noch ein Regisseur oder Drehbuchautor…

So wie es sich Klaus Mondel erträumt hatte:

Da könntest du einen Film drüber drehen. Genau über die Geschichte… Und die ganze Umgebung – hochgradig spannend.

Autor: Pia Mondel

Pia Mondel mit der Nuance Peach im Haar

About Us

„I wanted to move to Berlin and sell hair dye to punks. And then I’ll sell it all over Germany. One day, all the girls will be buying it.“

Klaus Mondel (2024), on the origins of Mondel Directions e.K.

The founder of Mondel Directions Haartönung Pflege und Glanz, Klaus Mondel, was born in Weilheim (Teck), near Stuttgart. His life motto? “I am punk.”
His company, Mondel Directions e.K., was born in Berlin-Kreuzberg. The story behind it? You’ll find it in his own words.

The Beginning: Berlin, 1981

In 1981, 26-year-old punk rocker Klaus Mondel left southern Germany with nothing but his guitar and moved to West Berlin, after an attempt to make it in France with his band. He arrived at the squat at Oranienstraße 3 (today known as Coretex Records) in Kreuzberg — a building divided into two camps: one side for students, the other for punks. Klaus joined the punks.

Soon after, he founded the association Trend EV. In cooperation with Berlin Senate official Mr. Orlowski (Department of Construction & Housing), he helped legalize the squat on September 5, 1983. Together with fellow punks, they renovated the house, bringing electricity and running water to the community.

Punk, Politics & Hair Dye

Thanks to Chris from the World-Shop (Oranienstraße 198), Klaus met the legendary band Die Ärzte. He booked them for the opening night of the “After Eight” club in the O3 squat on January 8, 1983. According to Klaus:

“I had my bass lying around, played some funky stuff. Chris told me to play for Bela B. — said they’d take me in. Nope, they didn’t. They got a Spaniard instead — played like hell… You could make a whole movie about it. Even Die Ärzte would be in it.”

Later that year, Die Ärzte won the Berlin Senate Rock Competition and used the prize money to release their first mini LP “Uns geht’s prima.”

Also in 1983, Klaus and the Trend EV opened the shop “Klondike” at Oranienstraße 9 (today: Depot2). That year, Klaus introduced Directions Hair Colour by British brand La Riche to the German-speaking world.
In Klondike, locals from Kreuzberg — then a very poor district — were employed through the association. The shop also offered London fashion, colorful tights, black boots, latexwear, silver jewelry, and novelty items. The store was space-themed — and it’s from this aesthetic that the iconic Mondel Directions planet logo was born.

Building a Brand

Klaus assured La Riche that he would make their brand famous in Germany. He toured the country, offering small salons and shops samples of Directions. In 1985, he worked with La Riche to develop the Neon Blue shade specifically for the German market. Here he is wearing it in 1985 at Café Jenseits near his shop.

After the fall of the Berlin Wall, Judith Rattke, a punk from East Berlin, joined the Klondike team. One day after the Wall came down, she started working in the store. The pair also made punk music together and even released a Directions commercial jingle on Berlin’s alternative radio station Radio 100 in 1991.

Judith remembers:

“This photo was taken in 1991, when we were trying to get Directions into hair salons and small shops in East Berlin. Unfortunately, it didn’t work so well back then. The rest is history. 🙂”

From Underground to Icon

Hairdresser and partner Gunnar Lemke recalls that even during the 1960s and 70s in the former GDR, Directions was sold under the code name “Töpfchenfarbe” (little pot colour) at Alexanderplatz. Hair salons weren’t allowed to buy colorful dye, so customers brought their own.

Klaus tells how Nina Hagen once came into his store looking for fashionable wigs.
He later opened a second shop in Schöneberg. Over time, Directions hair dyes became the best-selling item, far outperforming others. He expanded the business to Czechia, making Directions available there too.

Wholesale, Film Fame & Family

Klaus shifted his focus to wholesale and opened a distribution center called Mondel at Oranienplatz, together with Harald Rixecker, who remains the company’s longest-standing employee.
Due to increasing competition and construction in Charlottenburg, the Klondike shops in Kreuzberg and Charlottenburg were closed in 1991/92.

In 1998, the film Lola rennt (Run Lola Run) made Directions a cult hit. Actress Franka Potente said in an interview that she used “some punk clipper stuff from Directions”. The niche brand had gone mainstream.

Klaus and his partner Dagmar Herb had a daughter, Pia. Harald still fondly recalls Klaus bringing their baby to the shop in a basket for the first time.
Together with La Riche and Dagmar’s brother Thomas Herb, they launched Directions Vibes, a smaller version of the classic product.

Growth & Going Online

As the brand grew, the storage space in Kreuzberg was bursting at the seams. In 1998, Klaus moved operations to the scenic town of Blankensee in Brandenburg.
There, Heidi Rixecker, Harald’s wife, cooked for the team while Klaus, Harald, and Dagmar focused on sales. Klaus regularly attended trade shows — often delivering uniquely punk performances (see TikTok).

With the rise of online shopping, Klaus and retailer Kai Marggraff launched one of the first B2C online stores for Directions around the turn of the millennium.

Creative Collaborations

One of the longest-running partnerships since the 1990s is with Berlin’s Bureau for Risky Affairs and fire performer Eddie Egal.
With his signature blue hair (Neon Blue, of course), Eddie brings Directions to festivals worldwide — while painting fiery images into the night sky with his burners.

Another key collaboration is with Marleen, singer of the band Bonsai Kitten, who proudly rocks our Pillarbox Red shade on stage.

Between 2013 and 2016, it became a trend among teenagers to dye their hair at home with Directions at least once. This marked the breakthrough of Directions Hair Colour.

Since the COVID-19 pandemic and the rise of digitalization, the German market has increasingly been affected by illegal imports from abroad. So please make sure your packaging truly says Directions Haartönung Pflege und Glanz.

Today, Pia and the team — Albrecht Didoff, Doreen Göhr, Richard Kabalimu, Harald Rixecker, Giuliano Grotke, and Ingmar Jammer — make sure your favorite hair colour finds its way into your hands.

Maybe someday, Klaus Mondel’s story and the tale of Mondel Directions will become a movie — just like he always dreamed:

“You could make a movie about it. The story… the whole scene — it’s absolutely thrilling.”

Author: Pia Mondel